Kontoverbindung zu verkaufen

So oder so ähnlich muss die Werbung auf dem Daten-Schwarzmarkt wohl lauten.  NDR Reporter haben es getestet und konnten binnen weniger Stunden auf dem Schwarzmarkt Tausende Kundeninformationen inklusive Geburtsdatum und Kontoverbindung  erwerben.

1 Jahr ist es jetzt her, als bei der Kieler Verbraucherzentrale eine CD mit 17 Tausend Personen und Bankdaten auftauchten, ein Riesen-Skandal. Aber was hat die bundesweite Debatte über den Datenschutz gebracht ? Neue Datenschutz Gesetze die so etwas verhindern sollten. Zahlreiche neue Regeln die schlichtweg nur den Bürger traktieren,alles komplizierter machen , für den Otto-Normalverbraucher mühsam sind und gegen echte Kriminalität nichts ausrichten können.

Wo kommen die Daten denn überhaupt her ?

Laut Spiegel Online stammen die Daten überwiegend von Glücksspielanbietern, Versicherungen und Zeitschriften-Verlagen. Betroffene Kunden klagen über ständigem Missbrauch Ihrer Daten, ständig wird unberechtigt Geld von Ihrem Konto abgebucht,. überwiegend von Glücksspielanbietern.

Insgesamt wurden den Reportern über 2 Millionen Datensätze angeboten.

Es sind wohl meist Callcenter in denen die Daten entwendet und dann gegen Geld auf dem Schwarzmarkt landen. Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar ist mal gar nicht überrascht über dieses Ausmaß, aufgrund der Masse an Vorfällen sind die offiziellen Stellen Machtlos.

Wir haben dieses Problem selbst schon erlebt, in spitzen Zeiten bis zu 1700 Euro (in Kleinstbeträgen) wurden illegal von unserem Konto abgebucht. Natürlich holt unsere Bank dies zurück, aber schön ist soetwas nicht.

Wie kann man sich schützen ?

Schlichtweg: Gar nicht. Solange man Konsument bleiben möchte, kann man vielleicht die Anbieter danach auswählen, wer heute noch Zahlung auf Rechnung anbietet, aber dies ist für die Anbieter wieder schlecht oft wird man dann per Vorkasse zahlen und somit warten müssen. Zudem ist zahlen per Rechnung für „Viel-Nutzer“ stressig, denn wenn man die 7 Tage Zahlungsfrist überschreitet, flattert die erste Mahnung samt Gebühr ins Haus.

Nicht mehr Konsumieren ? Geht auch schlecht. Sicher , vieles kann man sich verkneifen. Man kann wieder ins normale Kaufhaus gehen, aber selbst dort wird man an der Kasse schon oft nach Daten gefragt. Man kann das Tierfutter wieder im Laden kaufen, statt es sich nach Hause liefern zu lassen und auf Glücksspiel kann man verzichten oder zur Lotto Annahmestelle gehen.

SocialMedia Plattformen wie Xing, Facebook, Twitter, StudiVZ, Localisten und unzählige mehr (zufällige Auswahl ohne direkten Verdacht) sowie Datenkraken wie Google, Microsoft, überall werden unsere Daten gesammelt und verarbeitet, ob diese von einem schlecht bezahlten Mitarbeiter entwendet werden können können wir als Ausstehende schwer beurteilen.

Aber… Versicherungen braucht man eben. Internet und Telefon möchte man auch haben, Datenskandale wie bei der Telekom, passieren aber sicher auch bei anderen Anbietern.

Wir können also nur hoffen, das den Gesetzgebern neben Zensur und Kontrolle auch einmal Dinge einfallen, die das Internet und damit Verbraucher UND Wirtschaft WIRKLICH braucht und nicht nur Dinge die nur dem Staat und denen die ihn leiten, nutzen.  Und bis dahin: Vorsichtig bei der Angabe von Daten an dubiose Anbieter und Großkonzerne bei denen es mit der Datensicherheit eh nicht weit hin ist.

2009-08-12T13:09:58+00:0008. August 2009|Netztheke, WebWork - Tipps, Tricks, News|